Klassik
Ein vollkommenes Wesen
DietrichFischer-Dieskau beschreibt das Leben der Sängerin Pauline Viardot-Garcia / Von Manfred Osten
Von Robert Schumann stammt das vorsichtige Wort: „Von Sängern und Sängerinnen läßt sich Manches lernen läßt, wurde ihm vor wenigen Monaten - anläßlich seines 65. Geburtstages - bereitwillig konzediert.
Müssen Liedsänger immer so dunkel gucken, mit diesem ernsten, deutschen Liedsängerblick, der an die Grenzen der Menschheit streift, den auch Fischer-Dieskau schon so gut drauf hatte?
Und seit DietrichFischer-Dieskau, der mehr als jeder andere dazu beigetragen hat, Schuberts Lieder international bekannt zu machen, wurde der Begleiter zum Partner; in Fischer-Dieskaus kaum zählbaren Aufnahmen der Winterreise sind nicht wenige seiner Partner namhafte Klaviersolisten.
Es ist noch verehrungsvoller als alle vorhergegangenen du-Pré-Filme von Nupen (‘Jacqueline du Pré and the Elgar cello Concerto’ 1967, Neufassung 1980; ‘The Trout’ 1969; ‘The Ghost’ 1970 und ‘ Remembering Jacqueline du Pré ’ 1995 ). Die von Nupen interviewten FreundInnen und KollegInnen (u.a. Zubin Mehta, Pinchas Zukerman, Itzhak Perlman, Toby Perlman, DietrichFischer-Dieskau, die Herzogin von Kent, Lady Evelyn Barbirolli, Vladimir Ashkenazy, Fou Ts’ong sowie Jackies Freundin und Biographin, die Cellistin Elizabeth Wilson) bezeugen einstimmig: Jacqueline du Pré strahlte musikalisch und menschlich einen ungeheuren Zauber aus, dem alle erlagen.
Heute vor 4 Jahren: 9.6.2022 In New York wird eine 1714 angefertigte Stradivari-Geige für 15,3 Millionen Dollar versteigert. Das Instrument hatte viele Jahre dem ViolinistenToscha Seidel gehört, der mit ihr unter anderem die Filmmusik für den Hollywood-Film »Der Zauberer von Oz« einspielte.