François-JosephFétis, der die Pianistin persönlich kannte und dessen biografischer Artikel neben den Briefen von Reichardt zu den wichtigsten Quellen zählt, erläutert in seiner „Biographie universelle des musiciens“: „[...]
Im Herbst 1768 aber folgte der 25jährige Boccherini von Paris aus einer Einladung nach Spanien, wo er als Kammerkomponist in den Dienst des spanischen Infanten Don Luis de Borbón trat - mit einem stattlichen Gehalt zwar, aber zugleich in einem topographischen Abseits der klassischen Musikgeschichte, wo sich Boccherinis unverwechselbarer Personalstil und "die absolute Eigenständigkeit seiner Ideen" frei entfalten konnten, wie der Musik-Lexikograph François-JosephFétis schon 1877 festgestellt hat:
"Nie hat es einen originelleren Komponisten als Boccherini gegeben, und man könnte fast glauben, er habe nie eine andere Musik als seine eigene gekannt."
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Trotz aller Erfolge und Anerkennung auch vonseiten einflussreicher Zeitgenossen wie François-JosephFétis, Hector Berlioz und Robert Schumann blieb sie als Komponistin auf dem Gebiet der Orchestermusik eine Außenseiterin und widmete sich in späteren Jahren ausschließlich der Klavier- und Kammermusik.