20.09.11
"Ich wäre nie Trommler von Pink Floyd geworden"
NickMason, Schlagzeuger von Pink Floyd, über das neu aufgelegte Gesamtwerk, alte Fronten und den Rauswurf des Gründungsmitglieds Syd Barrett.
Ähnlich wie bei den Beatles ergab sich bei Pink Floyd dabei eine kongeniale Mannschaftsaufteilung: Der nervöse Waters lud Musik und Texte mit dem aggressiven Selbstmitleid auf, das große Songs brauchen; der zweite Sänger und Gitarrist David Gilmour sorgte mit warmer Stimme und abstürzenden Fender-Läufen für sexuelle Spannung; Schlagzeuger und Humorist NickMason klebte im Nebenberuf Alltagsgeräusche in das Kopfkino, Kampfjets, Registrierkassen, nicht zuletzt den Herzschlag, der ein unzerstörbares Epos des jüngeren Existentialismus einleitet wie beendet: die bitterkomische "Dark Side Of The Moon".
Syd Barrett ist unten im Bild, oben sind links NickMason, in der Mitte Roger Waters und rechts Rick Wright zu sehen
Viele Bands hatten ihren Toten, Pink Floyd hatte den Verrückten, der sich allerdings wie ein Toter benahm, in einem Keller in Cambridge hausend, jahrzehntelang: Roger Barrett, genannt Syd.
Von Arno Frank
Pink Floyds NickMason: "Der Schlagzeuger geht leer aus, wie immer" Fotos
AFP
Im Konflikt der Pink-Floyd-Egos war er der neutrale Dritte, als Drummer aber unterschätzt.
NickMason, der Drummer hat vieles gesammelt, das Victoria & Albert Museum spürte das Schulbüchlein aus ihrer Schule in Cambridge auf, die Syd Barrett, David Gilmour und Roger Waters besuchten.
Zwar tauchen die Namen von Roger Waters, David Gilmour Rick Wright und NickMason - vermutlich aus rechtlichen Überlegungen, um Klagen abzuwehren - nur verfremdet auf, aber auch der Nicht-Pink-Floyd-Kenner spürt sofort, wie groß Einfluss, Wirkung und Rolle von Syd Barrett für den Fortgang der Band-Geschichte waren.