Und andererseits das andere, das populäre rote Arbeiter-Hamburg der Wohnkasernen von Horn und Barmbek und Steilshoop, wo bei der letzten Bürgerschaftswahl fast sechzig Prozent SPD und nur fünfzehn Prozent CDU wählten; das Hamburg des öligen, dunklen, lauten Hafens mit seinen roten Kränen und den knallroten Schiffen der Hamburg Süd und den rostroten Anlegern für die Überseeschiffe, die spät einliefen, wo der Großvater auf die Kapitäne und die Matrosen wartete, um ihnen die Heuer auszuzahlen; das Hamburg der roten Backsteinspeicher im Hafen, zu denen auch der Kaispeicher A gehört, den der Architekt Werner Kallmorgen Anfang der sechziger Jahre als modernen Ersatz für den im Krieg zerstörten Kaiserspeicher von 1875 entwarf und in dem es so lange nach Kakao, Tabak und Tee roch, bis der Schüttguthandel in andere Teile des Hafens verlagert wurde.
Ich glaube, der Grund, warum wir im intellektuellen Diskurs keine Rolle spielen, ist derselbe, warum man den Pudelzüchterverein Barmbek nicht zu grundsätzlichen Fragen des Tierschutzes befragt.
Pauli und Barmbek werden noch die schönsten, solidesten Altbauquartiere für seelenlose aufgereihte Rauputzquader geopfert, ohne dass Widerstand lautstark vernehmbar wäre.
26.4.1792 Rouget de Lisle widmet dem Straßburger Gouverneur, Graf Luckner, den "Chant de guerre pour l’armée du Rhin". Das Lied wird wenige Monate später als "Marseillaise" bekannt.
26.4.1841 Im Pariser "Salle Pleyel", der bereits vor der offiziellen Konzertankündigung zu drei Vierteln ausverkauft war, feiert Frederic Chopin den wohl größten Thriumph seiner Karriere.