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Kalter Hightech-Kitsch
LaFuradelsBaus inszenieren Giuseppe Verdis "Aida" zum 100-jährigen Jubiläum der Opernfestspiele von Verona
Von Jörn Florian Fuchs
Kräne auf der riesigen Bühne, Unterbrechungen für den Umbau, ein Radamès mit elektrisch glühenden Brustwarzen: Die Katalanen schaffen es mit ihrer rekonstruierten Produktion aus dem Jahr 1913 nicht, Publikum und Kritiker vollends zu überzeugen.
Jubel in Madrid
Schuldig ist nur, wer nicht zahlen kann
Die Ära Mortier beginnt im Teatro Real nicht mit Buhrufen, sondern mit einem Paukenschlag: LaFuradelsBaus inszenieren "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" als mitreißende Tragödie.
Der Choreograf Carlus Padrissa inszenierte das Spektakel
Stockhausens futuristische Visionen bebilderte der Regisseur und Choreograf Carlus Padrissa mit seinen Tänzern aus der katalonischen Truppe LaFuraDelsBaus.
Der vom Bayerischen Staatsopernintendanten Nikolaus Bachler im Rahmen der Münchener Opernfestspiele mit LaFuradelsBaus und dem Komponisten Moritz Eggert anberaumte Wettstreit zwischen Vagner (assoziiert mit Gehirn) und Werdi (mit Herz) dürfte als Peinlichkeit in die Annalen eingehen.
Vor dem Hintergrund, dass mit "Un ballo in maschera" noch einmal breiteste Akzeptanz eingeworben werden sollte, ist verständlich, dass ein international so renommierter Regisseur wie der langjährige Leiter der katalanischen Steilwandartistengruppe "Lafuradelsbaus" mit der Umsetzung des Historiendramas aus der Mitte des 19. Jahrhunderts in die postdemokratische Ära des 21. beauftragt wurde.