das er Anfang der siebziger Jahre gründete, war ein aberwitziger Spielmannszug aus zehn gestandenen Musikern, der die Fußgängerzonen europäischer Klein- und Großstädte heimsuchte und jedem, der für fünf Minuten seine Einkaufstouren unterbrach und stehenblieb, Kostproben einer intelligent-sinnlichen Musik offerierte.
Auf diese Piazza werden sich am 11. Juli sternförmig fünf bande zubewegen, Spielmannszüge aus der Stadt und den Orten ringsum, um dort aus einem Melodiengewirr à la Charles Ives zu gemeinsamem Klang zu finden, hier werden drei Wochen später zum Finale drei Dirigenten aufs Podium steigen, deren Laufbahn ohne Henze und Montepulciano anders aussähe: der Brite Jan Latham-Koenig, der Deutsche Markus Stenz und Henzes ehemaliger Kompositionsschüler Detlev Glanert.
Letzteres passte besonders gut, denn der bereits erwähnte, bislang bedeutendste Hit der Gruppe Kill This Love unterstreicht den darin vorgebrachten Imperativ, sich von einer gescheiterten Liebesbeziehung zu verabschieden, mit einem zackigen Exerzierbeat, der ebenso gut für einen Spielmannszug taugen könnte wie für den Morgenappell in einer Kaserne.