Im dritten „Chorus“ erklingt über dem Ganzen noch dazu eine ruhige, aber fast schrille Melodie der elektrischen Violine, die auf c einsetzt und über die Haltetöne b, a, as, ges tiefer wandert.
Wie er eine Lawine akustisch nachdichtet, ihrem Stürzen und Poltern die musikalische Substanz abhört, einen Orgelpunkt als Pfeiler hinstellt und darüber mit wenigen harmonischen Strichen das Dumpfe des Falls herausarbeitet, ist mehr als bloße Stilisierung von Geräuschen.« (
Über dem dumpf pulsierenden Orgelpunkt D, der meines Wissens neben dem Es im Vorspiel zu Wagners Rheingold wohl der längste der Musikgeschichte sein dürfte - er hat mit 64 Takten eine Dauer von circa 5 1/2 Minuten -, wird nach und nach Klangraum in immer größeren Wellenbewegungen erschlossen, die in ihrem chromatischen Fließen wie stets neue harmonisch-farbliche Ausleuchtungen des Orgelpunktes wirken.
Er weiß ferner, wie man gelegentlich ein Crescendo oder Diminuendo einsetzt, um Abwechslung und Bewegung in die Partitur zu bringen, und dass man an gebotener Stelle den Standard-Geigenton auch schon einmal variieren sollte: zu vibratoloser Verhaltenheit (im sotto voce über dem Orgelpunkt der Coda im Kopfsatz der d-Moll-Sonate),
Effektvoll und mit feinen Gespür für Dramatik arrangiert die Capella de Ministrers das Kyrie der spätmittelalterlichen Messe: eine einzelne Männerstimme beginnt und wird bald darauf von tiefen Stimmen begleitet, die eine langen Halteton singen.
Die Singstimme umspielt in Triolen einen dreimal wiederholten Halteton, schwingt sich auf zum nächsthöheren, wiederholt auch diesen dreimal, steigt endlich empor zu einer strahlend langen, lauten Note.
Ebenso unfehlbar applauszündend wirkt dieser Effekt, wenn er in sein Gegenteil verkehrt wird: wenn Gigli auf den dicken Schlußpunkt von höchstem Halteton noch ein lawinenartig anschwellendes Crescendo setzt.