Hämmer ohne Grenzen
Punk ist zurück, sitzt aber am Klavier: Die Neoklassik von Nils Frahm, Francesco Tristano oder den Grandbrothers beantwortet eine Sehnsucht nach Reduktion und Regelbruch.
Tonart | Beitrag vom 06.01.2017
Neoklassik
"Wenn ich das höre, werde ich gequält"
Moritz Eggert und Paul Frick im Gespräch mit Carsten Rochow
Beitrag hören
Neo-Klassik, eine Mischung aus Klassik und Pop, hat ihre Fans.
Was so unendlich nervt – und was mittlerweile einen Elementarschaden im Wertesystem bei der Beurteilung von Musik angerichtet hat –, ist die Bildungshuberei, das Sich-Ranwanzen an die Hochkultur, das neuerdings gerade die Vertreter der allerbanalsten Gebrauchsmusik pflegen und mit dem Label "Neo-Klassik" adeln.
Mit der Vertonung von Puschkins kleiner Tragödie «Mozart und Salieri» (1898) schließlich glückt ihm, woran sowohl Dargomyschski im «Steinernen Gast» wie Mussorgsky bei der Vertonung von Gogols Prosakomödie «Die Heirat» scheiterten: eine Dialogoper, die die zäsurlosen Blankverse der Vorlage fast strichlos vertont - kantable Kammermusik, die in ihrer melodischen Stilisierung zurückblickt auf den Stil der Mozart-Zeit, in der prismatischen Brechung von Deklamation und Instrumentalbegleitung aber bereits auf Verfahrensweisen der Neoklassik verweist, wie sie, Jahre vor Strawinsky, dann auch Richard Strauss in «Ariadne auf Naxos» verwendet.
Heute vor einem Jahr: 1.3.2025 Bei den Brit Awards in London gewinnt Charli XCX in fünf Kategorien, darunter die Preise als "beste Künstlerin" und für das "Album des Jahres" («Brat»).
Heute vor einem Jahr: 1.3.2025 Das Geschwister-Duo Abor & Tynna gewinnt den Wettbewerb «Chefsache ESC2025 - Wer singt für Deutschland?» und vertritt Deutschland mit dem Song «Baller» beim ESC-Finale am 17. Mai 2025 in Basel.