Elitenmusik marginalisiert, wird aber zugleich im Vorwort zur neuen MGG zu einem „Gegenstand mit bereits erheblicher und komplexer Geschichtstiefe“ geadelt.
DIE NEUE PLATTE
25.04.2011 · 09:10 Uhr
Orgelpfeifen (Bild: Stock.XCHNG / daniel wildman)
Unbekannter Meister
Orgelmusik von Ludwig Boslet
Von Ludwig Rink
Ludwig Boslet steht in keinem der wichtigen Musiklexika, nicht im deutschen Riemann oder MGG und schon gar nicht im britischen Grove.
Wer eine musikgeschichtliche Einordnung sucht, findet sie in Dorothea Redepennings «Geschichte der russischen und sowjetischen Musik» (Band 1: Das 19. Jahrhundert, Laaber 1994) sowie in ihrem Artikel über Rimsky-Korsakow, den sie 2005 in Band 14 des Personenteils der 2. Ausgabe der Enzyklopädie «DieMusikinGeschichteundGegenwart» veröffentlicht hat.
In unseren postmodernen Zeiten, wo in allen Künsten bis hin zur Architektur gerne mit allen möglichen fertigen Stilelementen aus den verschiedensten Zusammenhängen gespielt wird, ist das Verständnis hierfür inzwischen größer als noch vor 50 Jahren, als zum Beispiel das ja nicht ganz unwichtige große Lexikon "DieMusikinGeschichteundGegenwart" kritisch vom "zutiefst parasitären Charakter der Musik Strawinskys" sprach.
Frauenbild
Erst 1976 nahm das größte Musiklexikon der Welt (MGG - Musik in Geschichte und Gegenwart) Fanny Hensel im Anhang auf: “ihr kompositorisches Schaffen, das über 400 einzelne Stücke umfaßt, ist bisher noch nicht eingehender untersucht worden”.
Becker, Schla/Bern, Schla/Bern Nachtrag, Paul, Mendel, Fétis, RudolphRiga, Baker 1, New Grove 2001, MGG 2000
Wilhelm Joseph von Wasielewski, Aus siebzig Jahren.
Kein Wort findet man über ihn im wohl wichtigsten Musik-Nachschlagewerk DieMusikinGeschichteundGegenwart, keinen einzigen Treffer liefert die Suche in den großen musikwissenschaftlichen Datenbanken, es gibt keine Arbeiten oder Aufsätze über ihn, nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag bietet das Netz.
Neben den musikwissenschaftlichen Standardwerken (z. B. MGG) bietet allerdings Siegfried Oechsle einen guten Überblick über Gades symphonisches Schaffen und stellt ihn in eine Reihe mit Schubert, Schumann und Mendelssohn.