19.03.2012 · 09:35 Uhr
Die Reformation und das Kirchenlied
Martin Luther als Komponist und Lieddichter
Von Jan Tengeler
Die Evangelische Kirche in Deutschland gibt bis 2017, dem Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums, jedem Jahr ein neues Thema.
Zweiter Schwerpunkt: Bachs Beziehung zur Reformation
Das 70-jährige Jubiläum war der eine Schwerpunkt am ersten Wochenende der Ansbacher Bachwoche, der zweite war Bachs Beziehung zur Reformation.
In England gibt es nicht diesen immensen Unterschied zwischen der Sprache Shakespeares und Tony Blairs, das Englische ist eine gewachsene Sprache, Hochdeutsch dagegen ein Kunstgebilde, das während der Reformation geschaffen wurde, entstanden aus der obersächsischen Mundart.«
Ob das Lied bei Luthers Einzug in Worms entstand, wie Heinrich Heine in seiner berühmten Verbeugung vor der „Marseillaise der Reformation“ vermutete, ob er es auf der Wartburg oder auf der Burg Coburg schrieb – man weiß nicht mal genau, ob auch die Melodie von Luther stammt.
Die gesellschaftlichen Umbrüche in Deutschland zu Beginn des 16. Jahrhunderts, die Entdeckung neuer Weltregionen, Luthers Reformation, die Auseinandersetzungen zwischen Lutheranern und Katholiken, der Bauernaufstand als erste Volkserhebung gegen die überkommenen Verhältnisse sind die geschichtliche Dimension, die Paul Hindemith in seiner Künstleroper zu einem großen Tableau ausbreitet.
Äußere Daten sind die Entdeckung Amerikas durch Christobal Colombo 1492, die Reformation des Martin Luther 1517 und der Einfluss des Humanismus (Erasmus von Rotterdam).