Der musikbegeisterte Denker kam in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg regelm’e4’dfig zu den Ferienkursen nach Darmstadt und diskutierte etwa mit Karl-Heinz Stockhausen oder Pierre Boulez ’fcber Musiktheorie:par
"Man hatte doch damals bei all diesen Veranstaltungen und dabei m’f6chte ich vor allem auch Darmstadt einbeziehen, ja man hat doch das Gef’fchl gehabt: Ja, es ist alles m’f6glich."par
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Jetzt ist in Darmstadt wieder etwas m’f6glich im Bereich der Musikproduktion und Reflexion, das bundesweit wohl ziemlich einmalig ist: Die Darmst’e4dter Akademie f’fcr Tonkunst, an der Musiker ausgebildet werden, begr’fcndet gemeinsam mit der Technischen Universit’e4t Darmstadt einen neuen Studiengang f’fcr "Musikalische Kultur".par
Premiere in Darmstadtpar
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Es ist der erste universit’e4re Musikstudiengang ’fcberhaupt in Darmstadt.
Gerade die rhythmische Wildheit in den Ecksätzen überforderte die fachkundigen Schreiber: Der Kritiker der "Allgemeinen Musikzeitung zur Beförderung der theoretischen und praktischen Tonkunst" stellte sogar den Geisteszustand des Meisters in Frage: "Was ist aus dem guten Manne seit einiger Zeit geworden?
In seiner futuristischen Schrift "Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst" steht der entscheidende Satz:
"Frei ist die Tonkunst geboren und frei zu werden ihre Bestimmung - durch die Ungebundenheit ihrer Unmaterialität."
Der Dichter und Komponist Christian Daniel Schubart formulierte in seinen 1784/85 entstandenen „Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst“ die wohl poetischsten Charakterisierungen der Tonarten.
urteilte Romain Rolland, der Begründer der französischen Musikwissenschaft und Liebhaber der deutschen Tonkunst, und bescheinigte Saint-Saëns neben Zügen "einer melancholischen Mattheit" auch "nervöse Heiterkeit".
In diesem Jahr nun ist der zwittrige Hit endlich global und offiziell heilig gesprochen worden: Als wertvolle Schöpfung der Tonkunst wurde die Neunte jüngst von der Unesco in die Liste "Memory of the World" - Weltdokumentenerbe - aufgenommen und so mit dem Weihrauch ewiger Werte getränkt, wie auch der Nachlass von Goethe und die Gutenberg-Bibel.
Richard Eichenauer etwa pries in seinem Buch Musik und Rasse 1932 Volkslieder als "Kraftquellen nordischen Musikgeistes" und forderte eine "Gesundung" der Tonkunst.