Tonart | Beitrag vom 30.07.2018
Zum 60. von KateBush
Die Feministin der Tat
Jens Balzer im Gespräch mit Christoph Reimann
Ohne die britische Musikerin KateBush wäre die Sängerin Beyoncé heute nicht denkbar, sagt der Musikkritiker Jens Balzer.
Als ich kürzlich aus einer Laune heraus KateBushs „Wuthering Heights“ bei YouTube abspielte - wahrscheinlich, weil man den Song für die Seelenpflege einfach gelegentlich hören sollte -, da wurde mir eine beängstigend perfekt auf mich zurechtgeschnittene Playlist erstellt.
Musik, die »über den eigenen Horizont hinauswächst«
Wenn die synthetischen Schlieren des Fairlight durch die Songs von Polarkreis 18 wabern, dann sind im Geiste immer auch Peter Gabriel, KateBush oder Jean Michel Jarre anwesend - sie gehörten zu den Ersten, die sich das Gerät leisten konnten.
Dabei gab es doch 2011 einigermaßen geniale Platten, die kunstfertig waren und aus bereits Bestehendem etwas Eigenes, auf seine Weise Unvergleichliches machten: Destroyer ist das mit dem elegant-dekadenten Softpop-Werk "Kaputt" gelungen, Ja, Panik mit dem englisch-deutschen Songreigen "DMD KIU LIDT" und KateBush mit dem ätherischen "50 Words For Snow".
Auch das renommierte Balanescu-Quartett aus Bukarest, das schon mit so unterschiedlichen Künstlern wie Michael Nyman, Jack de Johnette, David Byrne, KateBush und, sieh an, Teho Teardo gearbeitet hat, leistet hier ganze Arbeit.
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