Tonart | Beitrag vom 15.01.2015
Pianist Marian Lux
Eine Symphonie für die Havel
Von Kerstin Poppendieck
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Marian Lux bei einem Auftritt mit Gayle Tufts (dpa / picture alliance)
Klassischer Pianist werden?
Als nach dem Fall der Mauer der ehemalige Dissident und nunmehrige Präsident VaclavHavel ihn darum bittet, kehrt er nach 42 Jahren zurück und dirigiert - fünf Jahre vor seinem Tod 1995 - das emotional wohl bewegendste Konzert der tschechischen Musikgeschichte: "Mein Vaterland" von Bedrich
Das hat man ja im ganzen Ostblock damals gemerkt, die Verbindungen zu VaclavHavel, und er sollte ja irgendwann mal Kulturbotschafter werden, und er ist in diesen ehemaligen kommunistischen Ländern viel stärker als politische Person wahrgenommen worden, und weniger als Künstler, das ist denke ich mal ein sehr großer Unterschied.""
Auf der Bühne steht Joan Baez – die Frau, die einem noch unbekannten Bob Dylan einst mit zum Ruhm verhalf, als sie schon berühmt war, die Frau, die Martin Luther King Tröstungslieder vorspielte, als dieser einmal erschöpft war von seinem langen Marsch, die Frau, die im bombardierten Hanoi und im belagerten Sarajevo um Frieden flehte, die Frau, die sowohl mit Dylan als auch mit Steve Jobs liiert war, und die VáclavHavel einmal als ihren Roadie ausgegeben hat, um ihn vor einer Verhaftung zu bewahren.