Die LondonerPunk-Band entstand als Idee des Mode- und Musikimpresarios Malcolm McLaren, in dessen Boutique an der King’s Road sich 1972 der SchlagzeugerPaul Cook, der Gitarrist Steve Jones und der Sänger Wally Nightingale trafen und eine Sixties-Cover-Band gründeten. Mit dem McLaren-Mitarbeiter und Kunststudenten Glen Matlock am E-Bass waren die Swankers 1973 komplett. 1975 entließ McLaren Nightingale und suchte per Zeitungsinserat einen neuen Sänger ( "nicht älter als 20, nicht hässlicher als ..." ) und engagierte Johnny Lydon, den er in Johnny Rotten umbenannte.
Innerhalb kürzester Zeit sorgten die "Sex Pistols" (der Name sollte den Verkauf in McLarens Boutique, die inzwischen "Sex" hieß, ankurbeln) für negative Schlagzeilen: (Teils selbst inszenierte) Krawalle bei Konzerten, extreme Lautstärken und provokante Texte machten "den Rock’n’Roll wieder gefährlich" (NME).
Die EMI engagierte die Sex Pistols für 40.000 Pfund Vorschuss und brachte ihre erste Single "Anarchie in the UK" heraus. Nach einer Skandal-Talkshow kündigte sie jedoch den Vertrag kurze Zeit später. 1977 kam der E-Bassist John Richie (Beverley) für Matlock in die Band und wurde in Sid Vicious umbenannt. Ihrer zweiten Single "God save the Queen (The fascist regime)", die sie zum silbernen Thronjubiläum im Mai 1977 bei Virgin herausbrachten, wurde von den Medien boykottiert. Trotzdem erreichte sie den zweiten Platz der Charts (der erste Platz wurde ihnen durch Manipulation der Verkaufszahlen genommen).
Von England wichen sie nun in die USA und auf den europäischenKontinent aus. Sid Vicious brachte eine Punk-Fassung von Ankas/Sinatras "My way" heraus und geriet immer stärker in die Heroinabhängigkeit. Seine Freundin, das GroupieNancy Spungen starb 1978 unter ungeklärten Umständen im New YorkerChelsea Hotel. Der tatverdächtige Vicious kam gegen Kaution frei, starb jedoch wenige Monate später an einer Überdosis Heroin. McLaren machte sich umgehend an die Vermarktung der Tragödie (er wurde von den Rest-Pistols später auf eine Million Pfund verklagt) und brachte in den nächsten Jahren mehrere Alben heraus. Lydon spielte nach dem Ende der Band u.a. bei Public Image Ltd. und initiierte 1996 eine kurzzeitige Reunion der Gruppe.
Britische Punk-Ikone
Malcolm McLaren ist tot
Der Exmanager der SexPistols und Expartner von Modedesignerin Vivienne Westwood starb mit 64 Jahren an Lungenkrebs.
Das "100 Club Punk Festival" in London wird 40 Jahre alt
Drei Akkorde, in die Gitarrensaiten gehauen, provokante Texte und schrille Outfits: Als die "SexPistols" 1976 im Londoner "100 Club" ihr erstes Punkkonzert gaben, gehörten die "Rolling Stones" längst zum Establishment.
Von Felix Bayer
Freitag, 07.12.2018 12:17 Uhr
Es sind die Schlüsselmomente der Musikszene von Manchester: Ohne die beiden Konzerte der SexPistols in der Lesser Free Trade Hall im Sommer 1976 hätte es weder Joy Division noch The Fall gegeben, wahrscheinlich nicht die Smiths, nicht New Order, womöglich nicht einmal Simply Red.
Tonart | Beitrag vom 05.02.2016
Musikgeschichte
Dada und die Geburt von Punk
Klaus Walter im Gespräch mit Martin Böttcher
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Was verbindet die SexPistols mit den Dadaisten?
Sein größter Fehler: Heroin
Und auch Steve Strange war durch Punk aus der walisischen Provinz nach London gelockt worden: Beim Sex-Pistols-Konzert 1976 in Caerphilly freundete sich der als Steven Harrington Geborene mit dem Bassisten Glen Matlock an; in der Hauptstadt arbeitete der Teenager für Sex-Pistols-Manager Malcolm McLaren.
John Lydon im Interview
„Keiner kann Dekadenz so wie die Berliner“
13.10.2015 08:23 Uhr
Von Mark Espiner
Mit den SexPistols wurde John Lydon alias Johnny Rotten berühmt.
Heute vor 15 Jahren: 13.2.2011 Anlässlich der 53. Verleihung der Grammy Awards in Los Angeles wird Christopher Tin in der Kategorie "Bestes Instrumentalarrangement als Gesangsbegleitung" für das Lied "Baba Yetu" ausgezeichnet. Damit erhält Tin als erster Komponist einen Grammy für ein Musikwerk, das für ein Videospiel erschaffen wurde.