Der französischerChansonnier und Komponist schrieb zu Beginn seiner Karriere Liebeslieder und vertonte Gedichte von Louis Aragon, darunter "Les yeux d’Elsa", das André Claveau in sein Repertoire aufnahm. Mitte der 1950er Jahre trat Ferrat im Cabaret La Colombe auf und schrieb Lieder - u.a. "Mon bonhomme" - für Zizi Jeanmaire. Ferrats gesellschaftskritische Chansons der 1960er Jahre wie "Potemkine" und "Ma France" wurden im französischenRundfunk zeitweise als "kommunistisch" eingeordnet und nicht gespielt.
Diese Art Unverschämtheit, Freizügigkeit, Anarchie (im positiven Sinne) ist bei deutschen Liedermachern eher selten, bei den französischsprachigen selbstverständlich: Jacques Brel, Francis Cabrel, Yves Duteil, JeanFerrat, Léo Ferré, Maxime Le Forestier, Serge Gainsbourg, Michel Jonasz, Georges Moustaki, Pierre Perret, Renaud Séchan, Boris Vian; neuere Gruppen wie Bénabar, Noir Désir, Les Mauvaises Langues, Tarmac, Têtes Raides u. v. a. Kein Wunder, dass viele von ihnen das eine und andere Chanson von Georges Brassens adaptiert haben und auf ihre Weise interpretieren: eigenwillig, deftig und ein bisschen stur - wie der große Meister es seinerzeit vorgelebt und in seiner Kunst zelebriert hat.
Heute vor 15 Jahren: 13.2.2011 Anlässlich der 53. Verleihung der Grammy Awards in Los Angeles wird Christopher Tin in der Kategorie "Bestes Instrumentalarrangement als Gesangsbegleitung" für das Lied "Baba Yetu" ausgezeichnet. Damit erhält Tin als erster Komponist einen Grammy für ein Musikwerk, das für ein Videospiel erschaffen wurde.