„Innerhalb einer Komposition mag ich Improvisation überhaupt nicht. Nur im Jazz, also in stilistisch normierten Formen, mit einem vorgegebenen begrenzten Vokabular, kann man damit einiges machen. Das besitzt oft hohe Qualität, ob das nun tonal ist wie bei Louis Armstrong, modal wie bei Miles Davis und John Coltrane oder atonal wie bei Cecil Taylor – es ist ganz große Musik. Aber in komponierterMusik, in meinem Fach, bin ich für genaue Ausarbeitung und Notation wie bei Bach.“
David Toop über lebendige Musik: „Da lief Bach, ich wurde sauer“
Der britische Musiker und Autor David Toop über die Wiederkehr der Improvisation und den Kampf um Spontaneität – sowohl in Texten als auch in der Musik.
Bild: picture alliance / dpa / belga)
Glanzvolle Improvisationen
Der Pianist Laurens Patzlaff und seine "Reflections on Debussy"
Von Jochen Hubmacher
Neben den üblichen "Best of"-CDs gibt es zum 150.
15. April 2019, 18:51 Uhr
Minimal Music
"Ich mache einfach, was ich will"
Terry Riley ist 83 Jahre alt, der Erfinder der Minimal Music und noch immer begeistert als Improvisator auf Tour.
Die orchestralen Teile, aus denen eine kurze Bratschenbegleitung (ad libitum) selbst in der Klaviersonate noch überlebt, reduzierte Ives zu einem dichten, polyphonen, klavierauszug-ähnlichen Satz, dessen musikalische Genese und Syntax er in enger Beziehung zu Emersons improvisatorischer, oft sprunghafter Rhetorik sah.
Charlie Parker, der mit größerer Autorität als jeder andere in der Sprache des Bebop improvisierte und damit einen Großteil seines Vokabulars schuf, fand zu wenig Anerkennung in der Öffentlichkeit.
Letztendlich steht die Lyra im Focus der Aufmerksamkeit, da Spieler und Instrument eins zu werden scheinen.“11
Wie sehr die Männer das Geschehen bei Musikevents im Griff und unter Kontrolle haben, belegt folgendes Detail: Der Lyraspieler muss sich bei seiner Darbietung an den Rahmen eines traditionellen Regelwerkes halten, er muss aber auch musikalisch wie verbal improvisieren.
Doch vor allem war er der Improvisator, der mit seinen souverän sprudelnden Chorussen sein Instrument aus der Exoten-Ecke befreite und als verbindliche Stimme im Jazz etablierte: Es war Gerry Mulligans der dem bis dahin ungelenken, schwerfälligen Bariton-Saxophon Klänge entlockte, wie sie vor ihm noch nie und auch nach ihm, wenn überhaupt, dann nur äußerst selten zu hören waren und sind.
Heute vor 15 Jahren: 13.2.2011 Anlässlich der 53. Verleihung der Grammy Awards in Los Angeles wird Christopher Tin in der Kategorie "Bestes Instrumentalarrangement als Gesangsbegleitung" für das Lied "Baba Yetu" ausgezeichnet. Damit erhält Tin als erster Komponist einen Grammy für ein Musikwerk, das für ein Videospiel erschaffen wurde.